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B


Baukasten

Strukturierte Sammlung von standardisierten FIM-Elementen wie z. B. Datenfeldgruppen, Datenfeldern, LeiKa-Modulen oder Referenzaktivitätengruppen aus denen Stamminformationen wie Stammschemata, Stammtexte oder Stammprozesse zusammengestellt werden können. Er dient der redaktionellen Standardisierung von Leistungsbeschreibungen, Datenfeldschemata und Prozessen. Die FIM-Elemente sind durch eindeutige Schlüsselnummern identifizierbar.

Baustein

FIM basiert auf drei Bausteinen: Prozesse, Leistungen, Datenfelder. Sie bilden das Fundament der Methode.

Bausteinbetreiber

Bereitstellung der technischen Infrastruktur für die FIM-Bausteine (u. a. zentrale FIM-Repositorys)

Pflege der Kataloge und Baukästen

Ansprechpartner:in und fachliche Unterstützung für die FIM-Rollen und Organisationseinheiten im Redaktionsprozess

Bedarfsmelder:in

Rolle, die einen Erstellungs- oder Änderungsbedarf zu FIM-Stamminformationen meldet. Dies muss nicht zwingend eine FIM-Rolle sein (im OZG zum Beispiel Leistungsverantwortliche).

Bibliothek

Strukturierte Sammlung von Stamminformationen, d.h. Stammtexten, Stammschemata und Stammprozessen. Die Stamminformationen werden eindeutig durch Schlüsselnummern identifiziert. Bezüge zwischen Stamminformationen z. B. zwischen Leistungsbeschreibung, Datenfeldschema und dem entsprechenden Prozess werden durch den FIM-Ordnungsrahmen abgebildet und durch die Systematik der Schlüsselnummern nachvollziehbar.

BOB - Baukasten der optimal harmonisierten Bausteinelemente

BOB ist der zentrale Baukasten des FIM-Bausteins Datenfelder. Er stellt harmonisierte Baukastenelemente, insbesondere Datenfeldgruppen und Datenfelder, zur Verfügung.

Diese Baukastenelemente können in unterschiedlichsten Datenschemata verwendet werden, unabhängig vom Fachrechtsbezug des einzelnen Schemas. Sie haben größtmöglichen Wiederverwendungswert und basieren zumeist auf Standards oder auf einer hohen Bandbreite der Einsatzmöglichkeit, die im Rahmen der allgemeinen Methodenexpertise über Redaktionen ermittelt wurde.

Die Verwendung der Baukastenelemente aus BOB trägt somit einerseits zur einer harmonischen und nutzerfreundlichen Gestaltung von Formularen und Dokumenten bei und bildet andererseits die Grundlage für medienbruchfreien, fachübergreifenden Datenaustausch.

Bundesredaktion

s. Rolle „Redaktion: Verwaltungsebenenunabhängig“

Verantwortungsbereich: Verwaltungsleistungen mit rechtssetzender Stelle Bund

C


Codeliste

„Eine Codeliste ist eine Liste von Codes und der Beschreibung ihrer jeweiligen Bedeutung. Die Bedeutung von Codes kann dabei beispielsweise in Form von Namen (Augsburg, Bremen, München, etc.), Begrifflichkeiten (ledig, verheiratet, geschieden, etc.) oder Statusbeschreibungen (Antrag übermittelt, Antrag empfangen, Antrag unvollständig, etc.) vorliegen.“ 1

1Handbuch zur Entwicklung XÖV-konformer Standards Version 2.3.1

D


Datenfeld

Unter einem (Daten-)Feld wird grundsätzlich die kleinste logische Einheit eines Datensatzes oder eines Formulars zur Datenerfassung verstanden (Stahlknecht, Hasenkamp, 2002).

 

Im Kontext des FIM-Bausteins Datenfelder bezeichnen Datenfelder die elementaren Bestandteile zur Beschreibung von Stammdatenschemata und stellen einen Typ von Stamminformationen dar. Bei der Definition Datenfeldern werden durch die regulatorisch zuständigen Stellen Name, Definition und ein Identifikationsschlüssel einheitlich vorgegeben. Wertebereiche, Hilfetexte und sonstige Merkmale können auf Vollzugsebene angepasst werden.

 

Typische Kombinationen von Feldern werden zu Feldgruppen zusammengefasst. Kombinationsmöglichkeiten von Feldern und Feldgruppen werden durch Feldregeln abgebildet. Dabei kann ein Feld bzw. eine Feldgruppe in mehreren Stammdatenschemata verwendet werden. Somit kann ein Feld bzw. die damit erhobenen Daten auch in unterschiedlichen Prozessen bzw. Leistungen verwendet werden.

Datenfeldgruppe

Datenfeldgruppen dienen dazu, Datenfelder zu logisch in Beziehung stehenden Gruppen zusammen zu fassen. Datenfeldgruppen beinhalten folglich Datenfelder und ermöglichen gleichzeitig die strukturierte Darstellung von Stammdaten.

Dokumentsteckbrief

Im FIM-Baustein Datenfelder beschreiben Dokumentsteckbriefe den Einsatzzweck eines Dokumentes der öffentlichen Verwaltung (z.B. für einen Antrag, Meldung, Bescheid).

Dokumentsteckbriefe sind die Katalogeinträge, welche den Dokumentkatalog bilden.

Einem Datenschemata ist immer ein Dokumentsteckbrief zugeordnet. Ein Datenschemata beschreibt die Struktur.

F


Fachexpert:innen

  • Verantwortlich für die fachliche Richtigkeit, die Gültigkeit und Aktualität der FIM-Stamminformationen zu den Leistungen
  • Fachliche Unterstützung bei der Erstellung/Modellierung der FIM-Stamminformationen
  • Fachliche Prüfung/Freigabe der FIM-Stamminformationen

FIM-Dezentral

Alle Tätigkeiten und damit verbundene Strukturen auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene. Entsprechend dem Grundverständnis von FIM liegt dieses dezentrale Tätigkeitsspektrum in der alleinigen Zuständigkeit von Bund und Ländern.

FIM-Föderal

Funktionen zur Sicherstellung der Anwendung der FIM-Methodik, insbesondere Bereithalten der FIM-Infrastruktur und Koordination und Moderation der Zusammenarbeit zwischen Bund und den Ländern im Rahmen des FIM-Redaktionsmodells. FIM-Föderal wird organisatorisch von einer Geschäfts- und Koordinierungsstelle FIM (GK FIM) ausgeübt.

FIM-Inhalte

FIM-Inhalte sind Elemente des FIM-Baukastens (z. B. standardisierte Datenfelder) und Stamminformationen der FIM-Bibliothek (z. B. Stammprozesse).

FIM-Methodik

Standardisierte Teile von Leistungsbeschreibungen, Datenfeldschemata oder Prozessen wie z. B. Datenfeldgruppen oder Referenzaktivitätengruppen, die zur Erstellung von Stamminformationen genutzt werden. FIM-Elemente können auch direkt für die Erstellung von Formularen, Leistungsbeschreibungen oder Prozessen genutzt werden, auch wenn nicht die Bereitstellung einer Stamminformation als Ziel angestrebt wird. Beispielfälle dafür sind die Erstellung von Formularen für individuelle kommunale Leistungen wie z. B. Familienrabattkarten für reduzierte Eintrittspreise in öffentlichen Einrichtungen.

FIM-Stamminformationen

FIM-Stamminformationen werden von dem für die Rechtsgrundlage federführenden Ministerium oder einer vergleichbaren Behörde auf Bundes-, Landes- oder kommunaler Ebene ausschließlich auf Basis der Handlungsgrundlagen erstellt.

FIM-Stamminformationen sind FIM-Stammtexte, FIM-Stammprozesse und FIM-Stammdatenschemata.

Sie bilden die Grundlage, die i.d.R. von der nächsten Ebene konkretisiert werden muss. Hat die für den Vollzug zuständige Behörde die letzte Detaillierung vorgenommen, bezeichnet man das Ergebnis als Lokalinformationen.

Föderales Informationsmanagement (FIM)

FIM liefert nach dem Baukastenprinzip standardisierte Informationen für Verwaltungsleistungen (z. B. Antrags- und Anzeigeverfahren). Für Behörden auf allen Verwaltungsebenen sind diese Informationen direkt nutzbar. Der Vorteil: Die mühsame Erhebung dieser Informationen entfällt. Zudem können die einzelnen Behörden sicher sein, dass die Informationen korrekt sind und juristisch geprüft wurden. Ein Redaktionssystem sorgt dafür, dass die Informationen immer auf dem aktuellsten Stand sind.

G


Gebiet

„Gebiet repräsentiert eine räumlich (meist) zusammenhängende Fläche oder ein Areal. Für Zuständigkeitsfinder spielen insbesondere verwaltungspolitsche Gebiete eine Rolle. Zuständigkeiten werden für Gebiete definiert.“1

Das PVOG-Sammlerdienstkonzept fordert einen 12stelligen Schlüssel auf Basis der verwaltungspolitischen Kodierung von DESTATIS, bei dem fehlende Stellen rechtsbündig durch Nullen aufgefüllt werden (z.B. 095750000000 für die Kreisebene).2

1 Spezifikation XZuFi 2.2.0 vom 07.06.2019

2 PVOG – Konzept Sammlerdienst - XZUFI 2.2.0 - Version 4.6.10

Geschäfts- und Koordinierungsstelle FIM (GK FIM)

Der fachlichen Weisung des Vorsitzes der Fachgruppe FIM unterliegendes Gremium, das die strategischen und Grundsatzfragen bearbeitet sowie die Pflege/Qualitätssicherung der Bibliotheken und den Betrieb, die Entwicklung und die Pflege der Baukästen bzw. Kataloge für Stammtexte, Stammprozesse und Stammdatenschemata einschließlich der übrigen Inhalte von FIM verantwortet.

Gold/Silber

Der Gold-Silber-Status stellt ein mehrstufiges Qualitätssicherungssystem dar, das es gestattet, FIM-Stamminformationen von einer anderen als der auf rechtsetzender Ebene verantwortlichen Stelle erstellen zu lassen. Diese FIM-Stamminformationen werden z. B. zunächst mit dem zuständigen Landes-Fachressort qualitätsgesichert und danach in den Repositorys der FIM-Bausteine bereitgestellt. (durch Import in die FIM-Bundes-Repositorys).

H


Herausgeber

„Ein Herausgeber ist verantwortlich für die Herausgabe von Inhalten. Dies beinhaltet die Erstellung, Ergänzung oder Zusammenstellung von Daten. Der Herausgeber kann - muss aber nicht - der Urheber der Inhalte sein.“1

Das PVOG-Sammlerdienstkonzept impliziert, dass zur Identifikation des Herausgebers optimaler Weise die 115-Teilnehmernummer verwendet werden soll.2

1Spezifikation XZuFi 2.2.0 vom 07.06.2019

2PVOG – Konzept Sammlerdienst - XZUFI 2.2.0 - Version 4.6.10

I


Information über und Benachrichtigung zu Veränderungen in den FIM-Repositorys

Über neue, veränderte und gelöschte Verwaltungsleistungen wird über das FIM-Portal informiert (reaktiv mit Hilfe von abonierbaren RSS-Feeds). Plant ein Vorhaben die Beschreibung einer Verwaltungsleistung, werden alle Teilnehmer benachrichtigt. Die Benachrichtigung verhindert Doppelarbeiten und Redundanzen.

Informationsmanager:in

Koordinierung der Arbeiten im Rahmen der FIM-Stamminformationsmodellierung mit den Fachbereichen:

  • Kommunikationsschnittstelle zwischen Fachexpert:innen aus den Fachressorts und der Redaktion/FIM-Methodenexpert:innen
  • Unterstützung des FIM-Redaktionsprozesses und Zuordnung von Änderungs- und Erweiterungsbedarfen entsprechend des Zuständigkeitsbereichs

K


Katalog

Die drei FIM-Kataloge dienen dazu, Leistungen, Datenfelder und Prozesse zu erfassen und ihnen eine bundesweit eindeutige Identifikationsnummer zuzuordnen. 

L


Leistung

Die Leistungen des LeiKa wurden im Rahmen der 2. Sitzung der ehemaligen Redaktionsgruppe LeiKa am 30.09.2009 wie folgt definiert: „Mit dem Begriff Leistungen wird das Handeln der öffentlichen Verwaltung bezeichnet, das nach außen gerichtet ist und auf das die Bürgerinnen und Bürger, die Wirtschaft sowie freie oder gemeinnützige Träger einen Anspruch haben oder das aufgrund öffentlich-rechtlicher Verpflichtungen genutzt oder geduldet werden muss.“

Leistungen der Länder und Kommunen

Neben den auf Bundesrecht beruhenden Verwaltungsleistungen werden auch die auf Landes- und kommunalem Satzungsrecht beruhenden Verwaltungsleistungen in FIM beschrieben und zur Nachnutzung in öffentlich zugänglichen Verzeichnissen (Repositorys) veröffentlicht bzw. ausgetauscht.

Leistungen im gemeinsamen Vollzug

Leistungen im gemeinsamen Vollzug sind Leistungen, bei denen mehrere regulatorisch für den Vollzug zuständige Behörden (derselben Ebene) dieselbe Behörde mit dem Vollzug beauftragen.

Beispiel: Bei Leistungen der Jobcentern entscheiden sich viele Länder/Kommunen die Erbringung der Leistung der Bundesagentur für Arbeit zu übertragen. Es können sich Kommunen aber auch dafür entscheiden, diese Leistungen in kommunalen Jobcentern selbst anzubieten.

Der Leistungsnehmer kann nicht entscheiden, bei wem er die Leistung in Anspruch nimmt – dies hängt vom Gebiet ab.

Leistungsbeschreibung

Eine Leistungsbeschreibung ist die Summe aller Module eines Leistungsberichtes, welche die Leistung inhaltlich vollständig beschreiben. 

 

Leistungschlüssel

Zentrales Referenzierungsmerkmal jeder erfassten Leistung.

Leistungskatalog (LeiKa)

Mit dem Leistungskatalog (LeiKa) wird in Deutschland erstmalig ein einheitliches und umfassendes Verzeichnis der Verwaltungsleistungen des Bundes, der Länder und Kommunen aufgebaut. Ziel ist es, eine zentrale Informationsbasis in Form eines Stammtext-Managements zur Verfügung zu stellen, die von allen Verwaltungsbereichen anwendungs- und vorhabenübergreifend für alle Informations- und Kommunikationskanäle genutzt wird.

Lokalinformationen (ehemals Vollzugsinformationen)

Lokalinformationen ergänzen und detaillieren Stamminformationen um die vor Ort geltenden Ausführungsregelungen im Vollzug einer Verwaltungsleistung. Sie geben konkrete Auskunft zum Beispiel über Verfahrensabläufe, Voraussetzungen und Bedingungen sowie Angaben zur zuständigen Stelle im Rahmen der Ausführung, z. B. mittels Angabe von Organisationseinheiten und Kontaktdaten.

Lokalinformationen sind Leistungsbeschreibungen, Lokalprozesse und Lokaldatenschemata.

Lokalprozess

Der Lokalprozess (Bund / Land / Kommune) stellt im Vergleich zum Stamm- und Referenzprozess die detaillierteste Stufe der Prozessmodellierung dar. Der Lokalprozess wird unter Nachnutzung des zugehörigen Stamm- und ggf. Referenzprozesses aus der Perspektive von lokal ablaufenden Prozessen modelliert und kann dabei entweder einen IST-Zustand oder einen SOLL-Zustand darstellen Eine Untergliederung der Detaillierungsstufe „Lokalprozess“ in weitere Stufen (z. B. fachliche Stufe, IT-Implementierungsstufe oder Automatisierungsstufe) ist jederzeit möglich, aber nicht FIM-relevant.

M


Methodenexpert:in

  • Modellierung/Erstellung der methodenkonformen FIM-Stamminformationen zu Verwaltungsleistungen auf Basis der zu dem Zeitpunkt gültigen Rechtsgrundlage und den Qualitätssicherungskriterien der Bausteine
  • Eigenständiger Austausch mit Rechts- und Fachexpert:innen, Recherche und Analyse zu den Rechtsgrundlagen einer Leistung
  • Pflege der FIM-Stamminformationen bei Änderungsbedarfen
  • Durchführung der methodischen Prüfung modellierter FIM-Stamminformationen auf Basis der Qualitätssicherungskriterien der Bausteine (die Freigabe erfolgt durch die Fachressorts, s.u.)
  • Aktive Kommunikation bei der Identifizierung von Fehlern in FIM-Informationen
  • Teilnahme an Austauschformaten und Unterarbeitsgruppen für FIM-Methodenexpert:innen

Mischleistungen

Mischleistungen sind Leistungen, die von mehreren Ebenen im Vollzug angeboten werden.

Beispiel: Führungszeugnis ist eine Typ-1-Leistung, die auf Bundesebene und kommunaler Ebene vollzogen wird. Der Leistungsnehmer kann entscheiden bei welcher Ebene er die Leistung in Anspruch nimmt.

Musterinformationen

Musterinformationen sind Querschnittsleitungen zugeordnet und dienen als Orientierungshilfen oder Unterstützung bei der Erstellung von FIM-Stamm- und Referenzinformationen.

Beispiele sind Mustertexte für Querschnittsleistungen, wie zum Umgang mit der DSGVO oder der Musterprozess „Verwaltungsakt nach VwVfG erlassen“.

Musterinformationen sind Mustertexte, Musterprozesse und Musterdatenschemata.

 

Musterinformationen sollen von den Bausteinbetreibern zur Verfügung gestellt werden.

Musterprozess

Der FIM-Prozessbaukasten stellt für allgemeine, wiederverwendbare bzw. übertragbare Verwaltungsabläufe vorgefertigte Musterprozesse zur Verfügung.

N


Nutzer:in

  • Im Sinne der Kaskade: nächste Ebene der Nachnutzung der FIM-Stamminformationen für spezifische Anpassungen
  • Nachnutzung im Rahmen der Digitalisierung von Verwaltungsprozessen (zum Beispiel IT-Dienstleister, die auf Basis der FIM-Datenschemata Formulare generieren)

O


OZG-Referenzinformationen

OZG-Referenzinformationen sind Referenzinformationen, die auf FIM-Stamminformationen basieren und eine nutzerfreundliche Zielvision für die digitale Inanspruchnahme einer Leistung darstellen. Das heißt, OZG-Referenzinformationen zu einer OZG-Leistung verdeutlichen, welche Anpassungen vorgenommen werden müssen, um nutzerfreundliche Verwaltungsleistungen für Bürgerinnen und Bürger und/oder Unternehmen online zur Verfügung zu stellen.

Sie können den geltenden Rechtsrahmen bewusst überschreiten. Sollten Rechtsänderungen erforderlich sein, sind sie möglichst präzise zu benennen, z.B. direkt an einzelnen Prozessschritten oder Datenfeldern

OZG-Referenzinformationen sind OZG-Referenzprozesse und OZG-Referenzdatenschemata.

Vgl. https://www.onlinezugangsgesetz.de/Webs/OZG/DE/service/faq/faq-node.html

P


Prozess

Prozesse sind Verwaltungsabläufe, die von bestimmten Personen(gruppen) in einer sich wiederholenden Reihenfolge unter bestimmten Vorgaben (z. B. Rechts- und Verwaltungsvorschriften etc.) und unter Nutzung von Hilfsmitteln (z. B. IT-Unterstützung, Formulare etc.) bearbeitet werden. In Betracht kommen sowohl verwaltungsinterne Prozesse als auch solche mit Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern oder Unternehmen. Der Begriff des Verwaltungsablaufs umfasst zugleich auch Verwaltungsverfahren gemäß § 9 VwVfG. (Vgl. Minikommentar zum Gesetz zur Förderung der elektronischen Verwaltung sowie zur Änderung weiterer Vorschriften, S. 28)

Prozesse bilden zusammen mit Leistungen und Datenfelder die drei FIM-Bausteine.

Prozesskette

Eine Prozesskette ist eine konkrete Vorgänger-Nachfolger-Beziehung zwischen Prozessklassen innerhalb von Prozessnetzen. Die jeweilige Handlungsform der Prozessklasse kann Einfluss auf die möglichen nachfolgenden Prozessklassen haben.

Prozessnetz

Ein Prozessnetz stellt die Wechselbeziehung und Abhängigkeiten zwischen Prozessklassen innerhalb eines Leistungsbündels dar (FIM-Prozesskatalog-Ebene 3). Es können mehrere Prozessnetze in einem Leistungsbündel vorkommen. Im FIM-Kontext ist die Modellierung von Prozessnetzen optional. Ein Prozessnetz kann mit der BPMN 2.0 Modellierungssprache erstellt werden und über das BPMN 2.0 Austauschformat zwischen den Prozessmodellierungstools ausgetauscht werden. Alternativ kann das Prozessnetz auch z. B. in Form einer Prozesslandkarte dargestellt werden.

Q


Qualitätssicherungskriterien

Durch die Einhaltung der Qualitätssicherungskriterien wird sichergestellt, dass FIM-Informationen in einer zielgruppenadäquaten Fassung zur Verfügung gestellt werden.

Die Überprüfung, ob die FIM-Qualitätssicherungskriterien eingehalten werden, erfolgt im Rahmen der Erstellung und Bearbeitung von FIM-Elementen. Die Prüfung der Einhaltung der FIM-Qualitätssicherungskriterien ist Teil der methodischen Prüfung und somit Teil des Freigabeprozesses.

Querschnittsleistungen

Querschnittsleistungen sind Leistungen, die in mehreren (u. U. allen) Behörden vorkommen. In der Regel laufen sie in gleicher oder ähnlicher Form ab. 

Querschnittsleistungen sind z. B.

  • Auskunftsleistungen nach Datenschutz-, Informationszugangs-/Informationsfreiheits- oder Transparenzgesetz,
  • Widerspruchsverfahren und
  • die Aufsichtsbeschwerde.

Für eine Querschnittsleistung wird ein Eintrag im Leistungskatalog angelegt. D.h. sie erhält einen individuellen Leistungsschlüssel.

R


Redaktion: Verwaltungsebenenunabhängig

Verantwortlich für die Bereit-/Erstellung von FIM-Stamminformationen (Stammprozesse, Stammdatenschemata, Stammtexte) Fachressort-übergreifend entsprechend dem Verantwortungsbereich.

Pflege der FIM-Stamminformationen.

Koordinierung und Sicherstellung der methodischen und fachlichen Freigaben der Modellierungen.

Sicherstellung der methodischen und fachlichen Qualität der FIM-Stamminformationen.

Gesamtkoordination aller FIM-Aktivitäten auf der jeweiligen Verwaltungsebene sowie aller Beteiligten (FIM-Informationsmanager:innen und Methodenexpert:innen).

Beteiligung an der Entwicklung und Umsetzung von Einführungskonzepten in Abhängigkeit von der Typisierung.

Ansprechpartner:in für alle Verwaltungsebenen zu FIM-Themen (Kontext-abhängig).

Ansprechpartner:in und ggf. Unterstützung bei Digitalisierungsvorhaben.

Teilnahme an Austauschformaten und (Unter-)Arbeitsgruppen für Redaktionen.

Sicherstellung der Aktualität der zum Einsatz kommenden methodischen und technischen Vorgaben sowie Werkzeuge.

Ggf. Sicherstellung des Betriebs und der Administration der eigenen FIM-Systeme.

Redaktionskonzept

Das FIM-Redaktionskonzept definiert Rollen, die bei der Erstellung und Pflege der FIM-Stamminformationen für verschiedene Tätigkeiten zuständig sind. Das FIM-Redaktionskonzept beschreibt zudem in sogenannten Redaktionsmodellen (Prozessen) das konkrete Zusammenspiel dieser Rollen und Tätigkeiten.

 

Redaktionssystem

Das bausteinspezifische FIM-Redaktionssystem besteht aus einem Editor zur Erstellung der bausteinspezifischen Inhalte, einem Repository zur zentralen Ablage und (Versions-) Verwaltung der bausteinspezifischen Inhalte.

Referenzaktivitätengruppe

FIM-Stammprozesse bestehen aus Aktivitätengruppen, die sich konsequent aus den Rechts- und Verwaltungsvorschriften ableiten lassen und – in eine Reihenfolge gebracht – den Ablauf der Leistungserstellung widerspiegeln. Die Aktivitätengruppen haben, wenngleich sie thematisch zusammengehörige Prozess-Elemente (z. B. feingliedrigere Aufgaben) bündeln können, einen einheitlichen Detaillierungsgrad.
Die zur Modellierung von Stammprozessen verwendeten Aktivitätengruppen basieren auf vordefinierte Referenzaktivitätengruppen (RAG). Referenzaktivitätengruppen werden sowohl durch einheitlich, übergreifend definierte Kern-Metadaten als auch durch Referenzaktivitäten­gruppen spezifische Metadaten charakterisiert.

Referenzinformationen

Im Gegensatz zu FIM-Stamminformationen basieren Referenzinformationen nicht nur auf Handlungsgrundlagen, sondern beziehen auch Best Practice Erfahrungen mit ein und können Informationen von Verwaltungskunden (Bürgern, Unternehmen) beinhalten.

Sie umfassen Vorgaben, die für mindestens zwei Organisationen anwendbar sind. Die Fülle der Rahmenbedingungen beeinflusst die Aussagekraft der Referenzinformationen und legt die Reichweite fest.

Referenzinformationen können entweder einen IST-Zustand oder einen SOLL-Zustand darstellen.

Referenzinformationen sind Referenztexte und Referenzprozesse.

Referenzprozess

siehe Referenzinformationen

Regelwerk

Im Baustein Datenfelder wird ein Regelwerk eingesetzt, welches die Datenqualität in späteren Anwendungen sicherstellen sollen.

Dazu gehören Regeln zur Nutzersteuerung, Plausibilitätskontrollen und Berechnungen.

Repository

Ein FIM-bausteinspezifisches Datenbanksystem, in dem die FIM-Stamminformationen des jeweiligen Bausteins verwaltet werden. Die Inhalte gliedern sich in einen Katalog, eine Bibliothek und einen Baukasten.

S


Stammdatenschema

Im Kontext des FIM-Bausteins Datenfelder bezeichnen Dokumentsteckbriefe und Stammdatenschemata die elementaren Bestandteile zur Beschreibung von Datenstrukturen und Regeln für Dokumente in Rohform und stellen einen Typ von Stamminformationen dar.

System eines Bausteins

Eigenständiges System in jeweils einem Baustein Leistungen, Datenfelder, Prozesse und Querschnitt, welches aus einem Editor und einem Repository besteht. Das Gesamtsystem FIM besteht entsprechend aus den fachlichen Redaktionssystemen für die Bausteine Leistungen, Datenfelder und Prozesse und einer Anwendung, die als „FIM-Portal“ bezeichnet wird.

T


Typisierung

Mit der Typisierung

  • wird eindeutig geregelt, durch welche Ebene die Stamminformation erstellt (Regelungszuständigkeiten) und durch welche Ebenen die Stamminformation zu Vollzugsinformationen detailliert wird (Vollzugszuständigkeiten). Ist der Vollzug einer Leistung in den Ländern verschieden geregelt, so ist eine abschließende Typisierung im Stammtext nicht möglich. In diesem Fall ist die Vollzugszuständigkeit (a oder b) als Ergänzung zu vermerken (Typisierungen „1“ bis „5“ und „10“) bzw.
  • allgemeine Hinweise mit informativem Charakter, die keine bestimmte Leistung(serbringung) betreffen; konkrete Hinweise zu Service- und Sonderrufnummern oder zu thematisch zusammenhängenden Leistungen gegeben (Typisierungswerte „6“, „7“ und „8“)

Die aktuelle Codeliste zur Typisierung finden Sie auf www.xRepository.de

W


Werkzeug

FIM-Werkzeuge sind alle Konzepte, Methoden und Standards, die zur Erstellung, Pflege und Nutzung von FIM-Inhalten genutzt werden. Darunter fallen beispielsweise Dokumentenstandards (z. B. OpenDocument), Metadatenstandards, Datenaustauschformate (z. B. XML) oder die Datenfeld- und Leistungsklassifikation.

Z


Zuschnittsindikator

Ein Zuschnittsindikator in der FIM-Normenanalyse ist ein Anhaltspunkt, an welcher Stelle ein Prozess/eine Leistungsverrichtung beginnt und an welcher Stelle der Prozess/die Leistungsverrichtung endet. Die konsequente Anwendung festgelegter Zuschnittsindikatoren ermöglicht einen einheitlichen und vergleichbaren Prozess- und Leistungszuschnitt.